Seen

 

Zu den Standgewässern werden Gewässer gezählt, die sich aufgrund ihrer Wasseraufenthaltszeit von Fließgewässern unterscheiden. Ein See ist eine allseitig umschlossene Wasseransammlung in einer Vertiefung der Erdoberfläche. Seen können durchflossen sein, jedoch werden diese nur dann als Standgewässer betrachtet, wenn eine theoretische Aufenthaltszeit von drei Tagen nicht unterschritten wird. Gewässer mit einer Verweildauer von 3 bis 30 Tagen werden als Flussseen bezeichnet.
Natürliche Seen sind in Deutschland sehr ungleich verteilt. Sie werden den einzelnen Flussgebietseinheiten zugeordnet, in denen sie liegen. Die meisten natürlichen Seen befinden sich in den Jungmoränengebieten der norddeutschen Tiefebene, im Alpenvorland und in den Alpen. 26 Seen erstrecken sich über eine Fläche von mehr als 10 Quadratkilometer. Von den mehr als 12 000 natürlichen Seen in Deutschland sind etwa 750 größer als 50 Hektar und somit für die Erfassung und Bewertung nach der EG-WRRL relevant. Die größten natürlichen Seen sind der Bodensee und die Müritz. Darüber hinaus gibt es in den Mittelgebirgen eine Vielzahl an künstlichen Seen, zu denen in Deutschland hauptsächlich Baggerseen einschließlich Tagebaurestseen sowie Talsperren und Flachlandspeicher zählen. Genaugenommen sind Talsperren erheblich veränderte Fließgewässer, die durch die Aufstauung den Charakter eines Fließgewässers verloren haben und deshalb die Gewässerkategorie wechseln.

Natürliche Seen und die WRRL

In der Wasserrahmenrichtlinie werden Seen als stehende Binnenoberflächengewässer definiert. Innerhalb dieser Gewässerkategorie existieren unterschiedliche Typen, welche die Grundlage für die Bewertung des Gewässerzustands bilden. Zur Abgrenzung der Seentypen werden geographische, topographische, geologische, hydrologische und morphometrische Kenngrößen verwendet.

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Haupttypen natürlicher Seen größer als 50 Hektar nach LAWA-Musterverordnung

Die Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat im Rahmen der Erarbeitung der Musterverordnung zur Umsetzung der Anhänge II und V der WRRL natürliche Seen größer als 50 Hektar typisiert. Nach dem Entwurf der Musterverordnung vom 02. Juli 2003 lassen sich zehn Haupttypen für Seen natürlicher Entstehung sowie weitere vier Gewässertypen der Mittelgebirgsregion, die fast ausschließlich Talsperren enthalten, den drei Ökoregionen zuordnen. Auf Grund der klimatischen, geologischen und naturräumlichen Situation innerhalb dieser Ökoregionen sind die Seen hinsichtlich Morphologie, Mischungsverhalten und trophischem Grundzustand zu unterscheiden. Wesentliche Kriterien sind danach: Größe, Kalzium-Konzentration als Maß für die geochemischen Verhältnisse des Einzugsgebietes, das Verhältnis von Einzugsgebietsgröße zu Seevolumen als Maß für den Einfluss des Einzugsgebietes auf den Wasser- und Stoffhaushalt des Sees (Volumenquotient) sowie die Schichtungseigenschaften für die morphometrische und stoffliche Charakterisierung des Sees.

  • Alpen- und Alpenvorland (Ökoregionen 4 & 9):
    Diese Ökoregion umfasst alle Seen (unabhängig von einer bestimmten Höhenlinie) innerhalb der Alpen, am Alpenrand sowie die nördlich davon gelegenen. Alpenseen zeichnen sich durch ein alpin geprägtes Einzugsgebiet und einen geologisch bedingten hohen Kalkgehalt aus. Weiterhin sind sie durch Frühjahrs- und Sommerhochwasser infolge Schneeschmelze, einen hohen Schwebstoffanteil sowie niedrige Temperaturen, Nährstoffarmut und geringe Primärproduktion geprägt. Alpenvorlandseen werden dagegen nicht durch Zuflüsse aus den Alpen gespeist, weisen höhere Temperaturen, geringe oder keine Schwebstoffzufuhr und kleinere Einzugsgebiete auf. Die bekanntesten Seen in den Alpen und im Alpenvorland sind der Bodensee, der Ammersee, der Chiemsee und der Starnberger See.

    Typ 1:

    kalkreicher*, ungeschichteter Voralpensee mit relativ großem
    Einzugsgebiet**

    Typ 2:

    kalkreicher, geschichteter*** Voralpensee mit relativ großem
    Einzugsgebiet

    Typ 3:

    kalkreicher, geschichteter Voralpensee mit relativ kleinem
    Einzugsgebiet

    Typ 4:

    kalkreicher, geschichteter Alpensee mit relativ kleinem oder
    großem Einzugsgebiet

  • Zentrale Mittelgebirge (Ökoregionen 8 & 9):
    Nördlich an das Alpenvorland schließt sich die Ökoregion der Mittelgebirge an. Die Anzahl natürlicher Seen mit einer Größe von mehr als 50 Hektar ist sehr gering und die Mehrzahl der Standgewässer sind erheblich verändert oder künstlich (Talsperren oder Speicherbecken). Die Mittelgebirgsseen sind aufgrund der geologischen Voraussetzungen meist kalkarm und oft leicht sauer. Wegen der überwiegend durch Wald geprägten Einzugsgebiete ist für die Seen auf Festgesteinen ein potentiell nährstoffarmer Status anzunehmen. Bekannte Seen in den Mittelgebirgen sind der Laacher See und der Unterbacher See.

    Typ 5:

    kalkreicher, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ großem
    Einzugsgebiet (nur Talsperren)

    Typ 6:

    kalkreicher, ungeschichteter Mittelgebirgssee mit relativ großem
    Einzugsgebiet (fast nur Talsperren)

    Typ 7:

    kalkreicher, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ kleinem
    Einzugsgebiet

    Typ 8:

    kalkarmer, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ großem
    Einzugsgebiet (nur Talsperren)

    Typ 9:

    kalkarmer, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ kleinem
    Einzugsgebiet (fast nur Talsperren)

  • Norddeutsches Tiefland (Ökoregionen 13 & 14):
    Diese Region schließt sich nördlich der Mittelgebirge an und erstreckt sich bis zur Nord- und Ostsee. Auf Grund der unterschiedlichen geologischen Verhältnisse kommen kalkarme wie auch kalkreiche Seen vor. Im Vergleich zu den oben genannten Ökoregionen sind diese Seen potentiell nährstoffreich und meist sehr flach. Die dort theoretisch zu erwartende hohe Zahl von Seentypen vermindert sich durch die Einschränkung auf Seen, die größer als 50 Hektar sind, erheblich. Bekannte Seen im Norddeutschen Tiefland sind der Stechlinsee, der Schweriner See, die Müritz, das Steinhuder Meer, der Große Müggelsee und der Plauer See.

    Typ 10:

    kalkreicher, geschichteter Tieflandsee mit relativ großem
    Einzugsgebiet

    Typ 10.a:

    geschichteter Grundwasser- oder Quellsee mit großem
    Einzugsgebiet, Volumenquotient 1,5 bis 5

    Typ 10.b:

    geschichteter Fließsee, Volumenquotient größer als 5 bis 50

    Typ 11:

    kalkreicher, ungeschichteter Tieflandsee mit relativ großem
    Einzugsgebiet und einer Verweilzeit von mehr als 30 Tagen

    Typ 11.a:

    flacher Grundwassersee mit großem Einzugsgebiet oder
    flacher Quellsee, Volumenquotient 1,5 bis 50

    Typ 11.b:

    flacher Fließsee, Volumenquotient 26 bis 140

    Typ 12:

    kalkreicher, ungeschichteter Tieflandsee mit relativ großem
    Einzugsgebiet und einer Verweilzeit von mehr als 3 Tagen
    und weniger als 30 Tagen

    Typ 13:

    kalkreicher, geschichteter Tieflandsee mit relativ kleinem
    Einzugsgebiet

    Typ 13.a:

    oligotropher Grundwassersee mit großem Hypolimnion

    Typ 13.b:

    schwach mesotropher Grundwasser- oder Quellsee mit
    kleinem Hypolimnion

    Typ 14:

    kalkreicher, ungeschichteter Tieflandsee mit relativ kleinem
    Einzugsgebiet.

*

kalkreiche Seen: Ca2+ > oder = 15 mg/l; kalkarme Seen: Ca2+ < 15 mg/l

**

relativ großes Einzugsgebiet: Verhältnis der Fläche des oberirdischen Einzugsgebietes (mit Seefläche) zum Seevolumen (Volumenquotient VQ) > 1,5 m²/m³ relativ kleines Einzugsgebiet: VQ < oder = 1,5 m²/m³

***

es wird empfohlen, einen See als geschichtet einzuordnen, wenn die thermische Schichtung an der tiefsten Stelle des Sees über mindestens 3 Monate stabil bleibt

Weitere Gewässertypen lassen sich mit dem vorliegenden Typisierungssystem nicht erfassen und werden zunächst unter der Rubrik Sondertypen geführt. Zu den Sondertypen natürlicher Seen zählen Moorseen, Strandseen und Altarme. Sondertypen künstlicher Seen sind Sand- und Kiesbaggerseen, Braunkohletagebaurestseen, ferner Torfstiche, Kreidebrüche, Lehm- und Tongruben sowie Fischteiche, Mühlenstaue und Flachspeicher.

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Einteilung der Standgewässer nach dem Trophiesystem

Die trophische Bewertung von Standgewässern erfolgt in der Bundesrepublik Deutschland nach einer im Jahre 1998 von der LAWA erstellten Richtlinie. Die Grundlage dieses Bewertungssystems bildet neben den Arbeiten von THIENEMANN (1914, 1915), NAUMANN (1921, 1932) und VOLLENWEIDER (OECD 1982) auch der Fachbereichsstandard TGL 27885/01 "Nutzung und Schutz der Gewässer – stehende Binnengewässer - Klassifizierung" der ehemaligen DDR aus dem Jahre 1982.
Das Bewertungssystem der LAWA eignet sich für eine Ersteinschätzung und trophische Bewertung vieler Seen, reicht für eine eingehende limnologische Beurteilung jedoch nicht aus. Diese Richtlinie kann somit nicht als Grundlage für eventuelle Sanierungsmaßnahmen von belasteten Standgewässern dienen, da eine exakte limnologische Untersuchung erfolgen muss, um die Ursachen der Gewässerbelastung zu analysieren und das Sanierungsziel zu definieren.
In der LAWA-Richtlinie werden zwei Gewässerzustände definiert: der Ist- und der Referenz-Zustand. Der Ist-Zustand entspricht dem aktuellen, messbaren trophischen Zustand, während der Referenzzustand den potentiell natürlichen Zustand eines Gewässers darstellt. Durch den Vergleich von Ist- und Referenzzustand ist eine abschließende Bewertung des Gewässers nach rein ökologischen Gesichtspunkten möglich.
Zur Ermittlung des Ist-Zustandes werden die Parameter Sauerstoff, Chlorophyll a und Sichttiefe sowie der Gehalt an Gesamtphosphor herangezogen. Die Beschränkung auf den Gesamtphosphor ist damit zu begründen, dass die meisten Standgewässer phosphorlimitiert sind und Phosphor somit einen entscheidenden Einfluss auf die Trophie hat. Andererseits eignen sich Stickstoffverbindungen nicht zur Trophieklassifizierung, da der Stickstoff-Haushalt der Gewässer gegen die Atmosphäre offen ist und somit durch Sanierungsmaßnahmen schlecht beeinflussbar ist.
In Seen kommen unter natürlichen Bedingungen Trophiegrade von nährstoff- und humusarm oligotroph bis nährstoffreich eutroph vor. Der Zustand hypertroph kennzeichnet den höchsten Trophiegrad und kommt unter naturnahen Bedingungen nur selten vor.
Zur Bewertung des aktuellen Trophiezustandes muss ein Vergleich mit dem potenziell natürlichen Trophiezustand (Referenzzustand) gemacht werden. Dieser beschreibt den Zustand eines Gewässers, welcher sich ohne anthropogene Einflüsse nur aufgrund von geographischen, hydrologischen, topographischen und morphometrischen Charakteristika einstellen würde. Stimmen trophischer Ist- und Referenzzustand überein, ergibt sich die Bewertungsstufe I. Bei Bewertungsstufe II, die dem "guten ökologischen Zustand" entspricht, unterscheiden sich beide Größen um einen Trophiegrad. Abweichungen von mehr als einem Trophiegrad (entspricht Bewertungsstufen III bis V) führen dazu, dass die Zielerreichung unwahrscheinlich ist.

  • Oligotroph (Trophiestufe I):
    Oligotroph sind Gewässer mit wenig Nährstoffen und daher geringer organischer Produktion. Die geringe Phosphatzufuhr begrenzt das Pflanzen- und Algenwachstum. Das Plankton ist zwar artenreich, aber individuenarm. Das Gewässer ernährt nur eine geringe Masse an Fischen. Oligotrophe Gewässer haben oft grobkörnige Uferstrukturen mit geringem Pflanzenbewuchs. Ihr Wasser ist sehr klar. Es erscheint blau bis dunkelgrün. Die Sichttiefe ist in der Regel größer als sechs Meter, mindestens aber drei Meter. Die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation liegt bei mehr als 70 Prozent. Im sauerstoffreichen Tiefenwasser enthaltene dreiwertige Eisenionen fällen freigesetztes Phosphat und entziehen es so dem Stoffkreislauf (Phosphatfalle).

  • Mesotroph (Trophiestufe II):
    Mesotroph werden Gewässer genannt, die sich in einem Übergangsstadium von der Oligotrophie zur Eutrophie befinden. Der Nährstoffgehalt ist höher und Licht kann noch in tiefere Wasserschichten eindringen. Mit zunehmender Dichte des Phytoplanktons ändert sich die Eindringtiefe des Lichtes. Die Sichttiefe beträgt noch mehr als zwei Meter und die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation zwischen 30 und 70 Prozent. Die Phosphatfalle bleibt wirksam.

  • Eutroph (Trophiestufe III):
    Eutroph sind Gewässer mit einem hohem Phosphorgehalt und daher hoher Produktion von Biomasse (Phyto- und Zooplankton). Anfangs kommt es zu einem raschen Aufblühen des Sees in Verbindung mit einer Trübung des Wassers. Dadurch ist in den unteren Schichten des Epilimnions nicht mehr genügend Licht vorhanden. Verbunden mit dem erhöhten Sauerstoffbedarf des Zooplanktons und dem damit in Zusammenhang stehenden Sauerstoffmangel kommt es zu einem schnellen Sterben der Organismen. Das Zersetzen der Biomasse durch Mikroorganismen verbraucht nochmals einen großen Teil des Restsauerstoffes und es kommt zu anoxischen Bedingungen. Bei den danach von anaeroben Bakterien verursachten Zersetzungsprozessen können sich giftige Stoffe wie Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder Methan bilden. Da der anaerobe Abbau wesentlich langsamer abläuft, ist der Grund des Gewässers mit einer anaeroben Faulschlammschicht bedeckt. Aus dieser Schicht diffundiert während der Wasserzirkulation im Frühjahr und Herbst Eisen-II-phosphat aus und trägt zu einer schnellen Rückdüngung des Gewässers bei. Nach der Frühjahrs-Vollzirkulation tritt häufig eine Algenblüte auf. Das Wasser ist trüb und meist durch unterschiedliche Algen grünlich bis gelbbraun gefärbt. Die Sichttiefe liegt in der Regel unter zwei Metern und die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation unter 30 Prozent.

  • Hypertroph (Trophiestufe IV, auch polytroph):
    Hypertroph nennt man Gewässer, bei welchen der Nährstoffgehalt und damit die Biomasseproduktion so hoch ist, dass bis zum Ende der Sommerstagnation der Sauerstoff in den bodennahen Schichten weitgehend aufgebraucht wird. Nur die obersten Wasserschichten des Epilimnions weisen für spezialisierte Organismen noch tolerierbare Wachstumsbedingungen auf. Nachts und morgens kommt es häufig zu Fischsterben. Die Sichttiefe liegt unter einem Meter. Hypertroph können aber auch künstlich gedüngte Kleingewässer sein, wie zum Beispiel Karpfenteiche. Sie werden absichtlich sehr flach angelegt, um die Ausbildung einer an Sauerstoff verarmten Bodenschicht zu verhindern und die erhöhte Produktion fischereilich nutzen zu können.

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Typisierung nach der Entstehung

Neben der Typisierung nach dem Nährstoffgehalt (Trophie) können Seen auch nach ihrer Entstehung unterschieden werden.

Glaziale Seen
Sie verdanken ihre Entstehung der Eiszeit und sind relativ jung, das heißt jünger als 20 000 Jahre. Gletscher und Schmelzwasser formten Becken und Rinnen, die den Seen ihre heutige Gestalt gaben zum Beispiel Eisrandstauseen: Chiemsee; Zungenbeckenseen: Starnberger See; Toteisseen: Stechlinsee; eiszeitliche Rinnenseen: Zansen, Schmaler Luzin; Karseen: Tititsee und Mummelsee.

Tektogene Seen
Die Vertiefungen sind im Zusammenhang von Prozessen entstanden, die das Gefüge und die Lagerungsverhältnisse der Erdkruste verändert haben. In Rissen, Grabenbrüchen und Senken konnten sich im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung Wasseransammlungen bilden zum Beispiel Lac d'Annecy (Frankreich). Sie sind oft sehr tief und sehr alt.

Vulkanogene Seen
Durch vulkanisch bedingte Aktivitäten (Prozesse, die mit aufsteigendem Magma zusammenhängen) können in erloschenen Gipfelkratern oder Explosionstrichtern Seen entstehen, zum Beispiel Kraterseen: Winsborn am Moselberg; Maare bzw. Explosionskraterseen: Laacher See.
Auch geomorphologische Prozesse der Verwitterung (Lösungsverwitterung auf Kalk, Gips oder Dolomit), große Sedimentverlagerungen (Bergstürze, Abschnürung von Meeresbuchten), Verlagerung von Flussläufen (Altwasser, Altarme etc.) können Ausgangspunkt für die Seenentwicklung sein.
Künstliche Gewässer (verlinken mit Oberflächengewässer / künstliche und erheblich veränderte Gewässer) wie Baggerseen sind in den einst seenlosen Flussauen von Rhein, Main, Weser und Elbe durch den Abbau von Rohstoffen wie Kiese, Sande und Tone sowie in Gebieten von großen Straßenbauprojekten und Kanalbauten entstanden. In den Folgelandschaften ehemaliger Braunkohlereviere haben sich Restseen mit teilweise erheblichen Wasserqualitätsproblemen entwickelt. Talsperren als Trinkwasserspeicher für Ballungsräume und zur Regulierung des Wasserabflusses sind vor allem in den Mittelgebirgen (Sauerland, Harz oder Thüringer Wald) entstanden. Ihre Hauptbecken sind Zweckgewässer und von starken Wasserschwankungen geprägt. (
www.seen.de)

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Netzwerk Lebendige Seen Deutschland

Natürliche Seen und Feuchtgebiete mit ihren Wassereinzugsgebieten gehören zu den wichtigsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Lebensräumen in Deutschland. Sie werden durch Düngemittel und Pestizide aus der Landwirtschaft und ungeklärte Abwässer belastet, durch Uferverbauung beeinträchtigt, durch Siedlung, Wassersport und Fischerei übernutzt und in manchen Fällen sogar trockengelegt. In vielen Seenregionen wurden bereits erfolgreiche Projekte zur Lösung solcher Problemstellungen realisiert. Das Netzwerk Lebendige See Deutschland schafft eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und den Wissenstransfer. Modellprojekte zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in Seenregionen werden gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Information von Bürgern, relevanten Interessengruppen und Medien.
Am 15. September 2009 startete das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland mit einer Auftaktveranstaltung am Starnberger See. Zu den ersten Maßnahmen gehörten ein Auwaldprojekt und eine Initiative zur Förderung von blühenden Bienenweiden am Bodensee. Das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland besteht aus zehn Partnerseen sowie weiteren drei potentiellen Partnerseen in Deutschland. Renommierte Organisationen wie der Deutsche Olympische Sportbund und das Institut für Seenforschung in Langenargen als wissenschaftlicher Partner haben sich dem Netzwerk angeschlossen. Die GRÜNE LIGA gehört zu den Gründungsmitgliedern. Der Global Nature Fund (GNF) betreut sowohl die Koordinationsstelle des internationalen Living Lakes Netzwerkes als auch die des deutschen Ablegers Netzwerk Lebendige Seen Deutschland.
Das Netzwerk will den kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren verschiedener Seenregionen unterstützen. Hierzu sind unter anderem Foren zum Seen- und Klimaschutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt eingerichtet worden. Außerdem will das Netzwerk verstärkt mit Wassersport- und Angelverbänden sowie mit Fischern zusammenarbeiten. Das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland wird von der Anton & Petra Ehrmann-Stiftung gefördert.

Zur Gründungsveranstaltung des Netzwerks Lebendige Seen Deutschland steht ein
Video zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Netzwerk Lebendige Seen Deutschland finden Sie hier.

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